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Landesbaupreis 2019



Neugestaltung des Plenarsaals mit Konferenzbereich und Nebenräumen im Schloss Schwerin

Die Architektur des Parlaments darf in der Demokratie als eine herausragende Bauaufgabe gelten. Dies gilt zumal für den Plenarsaal, der als Raumfigur und Inszenierungsraum in hohem Maße charakteristisch sein soll für die Essenz der Verhandlung der gesellschaftlichen Angelegenheiten durch das Parlament.
Der neue Plenarsaal im Schweriner Schloss setzt diese Anforderung auf exzellente Weise um. Die Aufgabe bestand darin, den ursprünglichen Festsaal im Schlossgartenflügel, den sogenannten „Goldenen Saal“ von 1857, der allerdings weitgehend zerstört war, zu einem modernen Plenarsaal auszubauen und zugleich die angrenzenden Bereiche der Lobby, des Empfangs-, Besucher- und Pressebereichs neu zu organisieren. Dies erwies sich baulich im Hinblick auf die gesamte Statik, aber auch die Baustellenlogistik als hoch anspruchsvoll. Diese ingenieurtechnische Leistung wird von der Jury ausdrücklich gewürdigt.

Seit 2014 ist das Schweriner Residenzensemble mit dem Schloss als Zentrum ein Kandidat für die Aufnahme in das UNESCO-Weltkulturerbe, die Belange des Denkmalschutzes also von höchstem Rang. Bestechend und beispielhaft ist, wie der neue Plenarsaal auf diese historische Dimension reagiert. Jede Art eines trügerischen Historismus wird vermieden. Vielmehr ist es der Kunstgriff in der Architektur des Saales, eine weiße, filigrane und semitransparente Lamellenstruktur vor die alten Wände und die Decke zu legen, die zugleich in ihrem teilzerstörten und fragmentarischen Bestand erhalten und komplett mit einer goldenen Schicht überzogen werden. Dieser Hintergrund scheint in wechselnden Perspektiven auf, ist die Reminiszenz an den „Goldenen Saal“ und erzeugt zugleich eine sehr schöne Nobilitierung des modernen Plenarsaals.

Die Leichtigkeit der weißen Lamellenstruktur, die zudem in sich sehr lebendig variiert ist, wiederholt sich in den abgehängten und quasi schwebenden Zuschauertribünen an beiden Seiten des Plenarsaals. Die Anordnung der Sitzreihen des Plenums in drei konzentrischen Kreisen leitet sich – wie die Autoren selbst schreiben – „aus dem Grundriss des verloren gegangenen Goldenen Saals ab“. Zudem soll „der Kreis als schlüssiges Symbol für das Parlament als ‚höchstes Organ einer demokratischen Gesellschaft’“ begriffen werden.

Die Jury teilt diese Auffassung und hebt hervor, dass es mit diesem Plenarsaal gelungen ist, einen modernen, der Demokratie gewidmeten Plenarsaal höchst sensibel und präzise bis ins Detail in das historisch gewachsene, architektonisch hochrangige Schweriner Schloss zu integrieren.

Die Architektur des Parlaments darf in der Demokratie als eine herausragende Bauaufgabe gelten. Dies gilt zumal für den Plenarsaal, der als Raumfigur und Inszenierungsraum in hohem Maße charakteristisch sein soll für die Essenz der Verhandlung der gesellschaftlichen Angelegenheiten durch das Parlament.

Der neue Plenarsaal im Schweriner Schloss setzt diese Anforderung auf exzellente Weise um. Die Aufgabe bestand darin, den ursprünglichen Festsaal im Schlossgartenflügel, den sogenannten „Goldenen Saal“ von 1857, der allerdings weitgehend zerstört war, zu einem modernen Plenarsaal auszubauen und zugleich die angrenzenden Bereiche der Lobby, des Empfangs-, Besucher- und Pressebereichs neu zu organisieren. Dies erwies sich baulich im Hinblick auf die gesamte Statik, aber auch die Baustellenlogistik als hoch anspruchsvoll. Diese ingenieurtechnische Leistung wird von der Jury ausdrücklich gewürdigt.

Auszug aus der Broschüre_Landesbaupreis 2019.pdf
Weitere Informationen unter: landesbaupreis-mv