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Deutsches Meeresmuseum

Meeres-Aquarium, Holz-Riegel-Glasfassade

Mit der Erweiterung des Deutschen Museums für Meereskunde und Fischerei sollte der bestehende Museumsparcour auf seinem alten Standort im mittelalterlichen Stralsund einen offenen und transparenten Höhepunkt erhalten. Herzstück dieser Erweiterung ist das neue, 13?m x 6?m große Schildkröten-Seewasserbecken. Anspruch von Bauherr und Architekt war es auch, die Unter-Wasser-Welt des Aquariums atmosphärisch nach aussen wirken zu lassen. Durch das grünlich schimmernde Glas der ansonsten sehr transparenten und zurückhaltenden Glasfassade erscheint nun der Neubau selbst wie ein riesiges Aquarium.


Das architektonische Konzept
ist eine verglaste Halle, deren Überdachung wie ein Tisch auf vier Stützen steht. Nur diese vier Punkte durchdringen den empfindlichen Unterbau, der ansonsten völlig unbelastet bleibt. Die vertikale Außenhaut hängt – eben wie eine Tischdecke – von der Dachkonstruktion herab. Einfach im Grundgedanken, bringt diese Konstruktion viele interessante und ungewohnte Probleme und Lösungen im Detail mit sich. Komplizierte Verformungsabläufe der Gesamtkonstruktion als Überlagerung von jahreszeitlichen Verformungs- und Alterungsprozessen des Bauwerks bestimmen die Ausformung der stählernen Hängestützen im Detail. Die in waagerechten Schichten organisierte Verglasung wird von hölzernen Pfetten gehalten und kommt ohne senkrechte Fugenprofile aus, was dem Rundblick zugute kommt. Resultat ist eine räumliche Verkettung von Innen und Außen – die Schildkröten kommunizieren mit den Besuchern, und die gotische Backsteinarchitektur wirkt in das Innere des Neubaus hinein.  

Planungszeitraum:
08‘2003 – 04‘2004 Bauherr: Deutsches Meeresmuseum Stralsund Entwurf, Bauleitung: Stefan Fassbender, Bürogemeinschaft freier Architekten, Stralsund Genehmigungsstatik: Ingenieurbüro Richter & Partner, Berlin Ausführungs-statik: Ingenieurbüro Höhne, Bergen/Rügen und Ingenieurgesellschaft mbH Ludwig & Weiler, Augsburg