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Zitadelle Spandau

Sanierungsarbeiten „Italienische Höfe, Bastion Brandenburg“

Die Zitadelle Spandau ist eine der bedeutendsten und besterhatenen Renaissancefestungen Europas. Neue Angriffswaffen hatten im 16. Jahrhundert die alten Burganlagen nutzlos gemacht, deshalb ließ Kurfürst Joachim II. statt der Spandauer Burg eine Festung nach „neu-italienischer Manier“ errichten. Die Grundform der vollständig von Wasser umgebenen Festung ist ein Kurtinenquadrat mit Bastionen. In Anlehnung an die Zeit der Romantik wird das Gebäudeensemble aus fünf prächtigen Tonnengewölben, das sich im Erdwall der Bastion Brandenburg der Zitadelle befindet, „Italienische Höfe“ genannt.

Unsere Arbeit im Rahmen der Sanierung der Italienischen Höfe gestaltete sich recht vielfältig, und im Kontext historischer Gemäuer war die Kenntnis traditioneller Bauweisen ebenso gefragt wie die moderner Standards. Eine direkte Konfrontation von Alt und Neu zeigt sich u.a. im Einbau notwendiger Trennwände: Die Glaswände bieten trotz ihrer raumtrennenden Funktion ein hohes Maß an Transparenz und lassen die 8?m hohen Gewölbe weiterhin in ihrer Durchgängigkeit wirken. Die Scheiben der von uns eingebauten Glastrennwände sind seitlich an je zwei Punkten aufgehängt, auf diese Weise ist keine Fassung notwendig, und Stöße bleiben als offene Fugen optisch kaum wahrnehmbar.

Heute finden hier unterschiedlichste Veranstaltungen statt. Die fünf Räume mit gut 750 Quadratmetern sind ausgestattet mit modernster Veranstaltungselektronik, einem modernen Tresen für den Catering-Bereich und separaten Künstlergarderoben. Eine einzelne, noch vorhandene gusseiserne Spindeltreppe aus dem 19. Jahrhundert konnte durch uns katalogisiert, aufgearbeitet, ergänzt, aufwändigen Belastungstests unterzogen und wieder eingebaut werden.

Planungszeitraum: 03‘2002 – 05‘2003 Bauherr: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Entwurf: Burckhardt Fischer, Architekt, Berlin Bauleitung: Architekturbüro Kieck?&?Sieling, Berlin Genehmigungsstatik: GSE Ingenieur-?Gesellschaft mbH, Saar und Enseleit und Partner, Berlin Ausführungsstatik: Ingenieurbüro Höhne, Bergen auf Rügen und Ingenieurgesellschaft mbH Ludwig & Weiler, Augsburg